Gelebte Zukunft

Unser Ziel ist es, den uns anvertrauten Menschen eine möglichst große Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dazu gehört eine berufliche und soziale Integration und somit ein Leben und eine Zukunft gemeinsam mit anderen Menschen.

Mit seinen Angeboten hat das Integrationszentrum für Cerebralparesen bzw. früher das Spastiker-Zentrum immer auf die Wünsche der Betroffenen und ihrer Angehörigen reagiert. Die Arbeit und alle neuen Entwicklungen der Stiftung ICP München sind immer an den Bedürfnissen der Menschen, die wir betreuen, ausgerichtet. Gemeinsam mit ihnen wollen wir eine möglichst selbstbestimmte und lebenswerte Zukunft aufbauen. Dabei spielen Integration und Inklusion auch weiterhin eine wichtige Rolle.

Orientierung und Leitfaden für die ganzheitliche Förderung in der Stiftung ICP München ist das Münchner Tageskonzept.

Die infantile Cerebralparese ist verbunden mit Einschränkungen der Motorik, oft auch der Wahrnehmung (Perzeption), des Hörens, Sehens, der Sprache und der psycho-sozialen oder kognitiven Entwicklung. Kinder und Jugendliche, die unsere Förderschule besuchen, haben sehr heterogene Lernvoraussetzungen und ein äußerst unterschiedliches Leistungsverhalten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Bereichen Medizin/Therapie und Tagesstätte/Heim ist deshalb wesentlicher und notwendiger Bestandteil der schulischen Förderarbeit.

 

Organisation der ganzheitlichen Förderung

Der Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen im ICP liegt ein differenziertes Konzept zugrunde, das auf individuelle und ganzheitliche Förderung mit den Zielen der höchst möglichen Selbstständigkeit und sozialen Integration in allen Altersstufen Wert legt und verwirklicht wird durch

  • kleine Lerngruppen
  • individuelle, diagnosegeleitete Förderung
  • Förderung durch qualifizierte Sonderpädagogen, Fachlehrer, Heilpädagogische Unterrichtshilfen, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten, unterstützt durch Sozialpädagogen, Psychologen und Ärztlichem Dienst
  • eine intensive räumliche, zeitliche und personelle Verzahnung der Bereiche Medizin/Therapie, Schule und heilpädagogische Tagesstätte/Heim
  • die Realisierung der Zusammenarbeit in sog. Inseln: Dies bedeutet eine Zusammenführung räumlich und personell getrennter Einheiten. Eine Insel besteht aus einem Klassenzimmer, Tagesstättenraum, Ruhe- bzw. Aktivraum, Behandlungszimmer, Mitarbeiterbüro
  • Schule und Tagesstätte arbeiten im Turnussystem, d.h. Schule und heilpädagogische Tagesstätte finden im täglichen Wechsel (entweder vor- oder nachmittags) im Ganztagesbetrieb statt
  • Inhaltlich-organisatorische Einheiten sind:
    • Schulvorbereitende Einrichtung (SVE)
    • Grund- und Hauptschulstufe
    • Berufsschulstufe oder Berufsvorbereitungsjahr (BVJ).

Die Bezeichnung „Tageskonzept“ in ihrer Erstfassung durch Herrn Prof. Stotz bezieht sich auf die Aufgabe der Ganztages-Förderung, die therapeutische und pädagogische Förderziele, Unterrichtung und Ausbildung vereint.
(siehe auch: Stotz, S. und Mitarbeiter des Spastiker-Zentrums München: Therapie der infantilen Cerebralparese. Das Münchner Tageskonzept. Pflaum-Verlag München 2000).