Cranio-Orthesen (Kopforthesen/Helmtherapie)

Eine Kopforthese oder Helmtherapie kommt bei einer sogenannten Plagiozephalie zur Anwendung. Bei dieser Kopfdeformität, ist das Kind entweder mit einem deformierten Kopf auf die Welt gekommen oder der Schädel des Neugeborenen entwickelt sich asymmetrisch. Gründe für seine solche plagiozephalie (lagebedingte Kopfdeformität) sind vielfältig.
Seit den neunziger Jahren wird zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods (SIDS) empfohlen, die Säuglinge auf den Rücken zu legen. Die SIDS-Fälle sind deutlich zurückgegangen, jedoch hat die ständige Rückenlagerung vermehrt Kopfdeformitäten verursacht, die sich meist durch eine Abflachung des Hinterkopfes äußern.
Auch Einflüsse während der Geburt, etwa der Geburtsvorgang selbst oder die Enge im Mutterleib bei Mehrlingsgeburten können zu einer sehr frühzeitigen Kopfdeformität führen.
Durch Umlagerungen und durch physiotherapeutische Maßnahmen wird versucht, eine Verbesserung der Kopfbeweglichkeit und der Form zu erzielen. Die Mehrzahl der lagebedingten Plagiozephlienen normalisieren sich von alleine, eine Minderheit benötigt jedoch einen Helm zur Korrektur.

Kindermedizische Zusammenarbeit: Die Kopforthese (Cranio-Orthese) wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Craniospinale Kinderchirurgie (Dr. A. Heger, Dr. M. Leher) der kinderchirurgischen Klinik der Universität München (Direktor: Prof. Dr. von Schweinitz) im Doktor von Haunerschen Kinderspital und der Orthopädischen Werkstatt im Integrationszentrum gefertigt.
Zeitpunkt: Der ideale Zeitraum liegt zwischen dem 6. und dem 12. Lebensmonat.
Vor dem 6. Lebensmonat sollte eine Kofporthese nicht angewendet werden, um die Hals- und Nackenmuskulatur nicht zu überfordern. Nach dem 12. Lebensmonat wird der Effekt einer Kopforthese geringer, da der Schädelknochen an Festigkeit zunimmt.
Anfertigung und Wirkungsweise: Der Kopf wird durch den Helm nicht in Form gepresst. Der Helm bietet im Bereich der Deformität einen Freiraum, in den der Kopf ohne Druck von außen hineinwächst und sich in seiner Form normalisiert. Die Anpassung erfolgt immer in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt.
Ist eine Kopforthese vom Arzt verordnet, so wird ein genaues Gipsmodell des Kopfes angefertigt, welches weiter bearbeitet wird, so dass der Helm entsprechende Freiräume zum symmetrischen Wachstum bietet. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wird der Helm ganztägig getragen. Durch regelmäßige Passformkontrollen können gegebenfalls Nachanpassungen vorgenommen werden.
Therapieverlauf: Die Dauer der Therapie beträgt zwischen 2 und 6 Monaten. Der Helm kann mehrfach nachbearbeitet werden, und es bedarf nur in wenigen Fällen einer zweiten Helmanfertigung. Der Helm wird von den Kindern gut vertragen. Die Erfolge der Behandlung sind sehr gut und es stellt sich mitunter schon nach wenigen Wochen eine deutlich sichtbare Normalisierung ein.