Absolventen feiern ihren Abschluss am BBW im ICP

Junge Menschen mit Körperbehinderung beenden erfolgreich ihre Ausbildung

München, im Juli 2017. Sie haben ihren IHK-Abschluss als Kauffrau für Büromanagement oder als Zerspanungsmechaniker gemacht, sie sind Hauswirtschafter oder Drucker geworden – die 40 Absolventen des Berufsbildungswerks im ICP München sind zu Recht stolz auf ihre erreichten Abschlüsse. Denn sie alle haben eine Körperbehinderung – häufig gepaart mit einer Lern- und Sinnesbeeinträchtigung. Dass sie trotzdem einen anerkannten qualifizierten Abschluss geschafft haben, verdanken sie ihrem starken Willen und ihrer großen Motivation.

Bei einer festlichen Abschlussfeier wurden am 20. Juli die Zeugnisse den Absolventen überreicht. Bei den Feierlichkeiten war auch die Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, Kathrin Wickenhäuser-Egger, anwesend, die die  Erfolge der jungen Menschen honorierte. Auch Vertreter der Arbeitsagentur und der IHK waren unter den Gästen. Die Moderation der Veranstaltung, bei der insbesondere die Absolventen selbst zu Wort kamen und von ihren Erfahrungen der letzten drei Jahre berichteten, wurde von Fernsehjournalistin Anouschka Horn moderiert.

„Unsere Aufgabe ist es, den jungen Menschen mit Behinderung eine gute Berufsausbildung und einen Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, so Thomas Pape, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Stiftung ICP München. „Das ist die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.“

Wunsch nach einem inklusiven Arbeitsmarkt

Für die meisten der 40 Auszubildenden, die ihre Berufsausbildung in 14 Berufen abgeschlossen haben, beginnt jetzt die Suche nach einem passenden Arbeitsplatz. Dabei werden sie auch in der Bewerbungsphase von ihren Ausbildern im BBW unterstützt. „Trotz gutem Abschluss ist es für unsere Absolventen nicht einfach, eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhalten“, weiß BBW-Leiter Wolfgang Heizer. „Obwohl unsere Absolventen sehr praxisnah ausgebildet werden, viele Praktika in Betrieben absolviert haben und sich dort auch bewährt haben, scheuen sich oftmals die Betriebe, junge Menschen mit Behinderung einzustellen.“ Völlig unbegründet, wie er meint, denn von Arbeitgebern, die BBW-Absolventen einstellten, bekomme er durchweg positive Rückmeldungen.

Die Integration von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist nach Ansicht des BBW im ICP München  eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. „Es muss ein inklusiver Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung entstehen“, meint Thomas Pape. Hier seien auch Politik und Wirtschaft gefordert, weshalb das BBW in einem  ständigen Austausch und Dialog mit Betrieben und der Wirtschaft stehe.

Über das Berufsbildungswerk (BBW) im ICP München

Das BBW im ICP ist eine von mehreren Einrichtungen der Stiftung ICP München, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Cerebralparese optimal und ganzheitlich gefördert werden. Ziel des BBW im ICP ist es, die Auszubildenden durch geeignete Berufe, Lern- und Arbeitssituationen und durch eine enge Zusammenarbeit mit Kooperationsbetrieben individuell und praxisgerecht zu qualifizieren. Dies gibt den jungen Menschen die Chance auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und eine dauerhafte berufliche Arbeit.