Frank-Jürgen Weise sagt BBW im ICP München Unterstützung zu
Chef der Bundesagentur für Arbeit will Ausbildung für pflegebedürftige Jugendliche sichern

München, 13. Mai 2014. Mehr Hilfe für besonders pflegebedürftige Jugendliche, die im BBW im ICP München eine Ausbildung machen, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise bei seinem Besuch im Berufs-bildungswerk (BBW) im ICP München zu. Hier erhalten junge Menschen mit einer Körper- und Mehrfachbehinderung eine qualifizierte und praxisnahe Ausbildung.

Auszubildende mit erhöhtem Pflegeaufwand
In den letzten Jahren absolvieren zunehmend auch Jugendliche mit einem sehr hohen Pflegeaufwand im BBW im ICP München eine Ausbildung. Denn diese Jugendlichen sind trotz ihrer Behinderung durchaus ausbildungsfähig und können mit der entsprechenden Unterstützung einen Beruf erlernen, der ihnen dann ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Allerdings benötigen sie neben der üblichen therapeutischen, medizinischen und pädagogischen Betreuung eine umfangreichere pflegerische Unterstützung, was einen hohen Mehraufwand an Kosten bedeutet.

Frank-Jürgen Weise möchte sich nun dafür einsetzen, dass möglichst schnell die Kostenübernahme für den Pflegeaufwand geklärt wird. Bislang ist nämlich noch offen, ob für diese Pflegekosten die BA (SGB III) oder die Pflegekassen (SGB XI) aufkommen werden – eine schwierige Situation sowohl für die betroffenen Auszubildenden als auch für das BBW, das damit zunehmend in Finanzierungsschwierigkeiten kommt, da es die Kosten aus dem laufenden Ausbildungsbudget bestreiten muss. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit hat zugesagt, dass sich die BA an einem „runden Tisch“ beteiligen wird, zu dem bereits das Staatsministerium für Arbeit und Soziales sowie das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ihre Zusage erteilt haben. Auch von einer Beteiligung der Pflegekassen  an diesem „runden Tisch“ kann ausgegangen werden.

„Es ist die Aufgabe unserer Gesellschaft, diesen jungen Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte Zukunft und Integration zu ermöglichen“, so Weise. „Und dafür ist eine qualifizierte Ausbildung unerlässlich.“ Und dazu gehöre dann auch die Klärung der Kostenübernahme für die erhöhte pflegerische Unterstützung, wo immer sie notwendig sei.

Interesse für Berufswünsche der Jugendlichen
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit informierte sich bei seinem Besuch im BBW in persönlichen Gesprächen mit den Jugendlichen über ihre Ausbildung  in den verschiedenen Berufsfeldern und machte sich ein Bild davon, wie sie auf den 1. Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Begleitet wurde er dabei von dem Bundestags-abgeordneten Dr. Peter Gauweiler (CSU), auf dessen Initiative hin dieser Besuch stattfand und der sich seit seinem eigenen Besuch im ICP letzten Sommer sehr für die Arbeit des BBWs einsetzt.

Die jungen Menschen waren sehr angetan von dem ehrlichen Interesse, mit dem Weise mehr über ihre Zukunftspläne und ihre Berufswünsche wissen wollte und gaben gerne Auskunft. Weise zeigte sich beeindruckt von der großen Praxisnähe in der Ausbildung sowie von der umfassenden therapeutischen Unterstützung, die die Jugendlichen während der gesamten Ausbildung erhalten.

Das BBW im ICP München

Das Berufsbildungswerk im ICP München bietet jungen Menschen mit einer Körperbehinderung eine Ausbildung in 18 Berufen nach Maß und in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Betrieben. Diese praxisnahe Ausbildung sowie viel individuelle Förderung der Teilnehmer ermöglichen hochwertige Berufs-ausbildungen. Ziel nach dem Berufsabschluss ist die Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt.