PRESSEINFORMATION   

Gemeinsam Lernen – mehr Chancen für alle

Feierliche Eröffnung der inklusiven Luise-Kiesselbach-Grundschule des ICPs

München,  16. September 2010. In Münchens erster inklusiver Grundschule werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet. Am 15. September wurde die Luise-Kiesselbach-Grundschule, eine Einrichtung der ICP Gruppe, feierlich eröffnet. Unter den Gästen waren Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, der den Mut und das Engagement des Trägers ICP lobte, sowie Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Münchens 2. Bürgermeisterin Christine Strobl. Alle begrüßten die neue Einrichtung als wichtigen Schritt Richtung Inklusion und wünschten den Kindern und Pädagogen ein erfolgreiches Schuljahr. Viele wichtige Utensilien hatte Spaenle in einer riesigen Schultüte dabei, die er gemeinsam mit den begeisterten Kindern auspackte.

Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen
Die Luise-Kiesselbach-Grundschule startet in diesem Jahr mit einer 1. Klasse, in der Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf von drei Pädagogen gemeinsam unterrichtet werden. Ein der Schule angeschlossener integrativer Hort sichert eine hochwertige Ganztagsbetreuung. Träger beider Einrichtung ist die IKF GmbH, eine Tochtergesellschaft der ICP Gruppe, welche in ihren verschiedenen Einrichtungen Menschen mit Behinderungen betreut und fördert.

„Wir konnten die inklusive Grundschule in relativ kurzer Zeit Wirklichkeit werden lassen. Das ist hauptsächlich auch deshalb möglich gewesen, weil  Kultusministe-rium, Stadt und Bezirk beispielhaft zusammengewirkt haben“, freut sich Dr. Hans Beyrle, Geschäftsführer der ICP Gruppe über das neue Projekt der ICP Gruppe.

Mit der Eröffnung einer privaten, inklusiven Grundschule geht das ICP einen völlig neuen Weg in der Ausbildung für körperbehinderte Kinder und versucht, die Vorstellungen der UN-Konvention zu erfüllen, die u. a. die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf vorgibt.

UN-Konvention fordert inklusives Bildungssystem
Mit dem Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland am 26. März 2009 erkennt Deutschland das Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung an und verpflichtet sich, schrittweise die Bedingungen für ein inklusives Bildungssystem zu verbessern.

Im ICP spielt das Thema Inklusion allerdings nicht erst seit dem Inkrafttreten der UN-Konvention eine große Rolle. Das ICP bietet seit einigen Jahren mit dem integrativen Kinderkrippe und dem integrativen Kindergarten eine gemeinsame Erziehung und Förderung von behinderten und nicht behinderten Kindern.

Inklusion geht aber noch über die Integration hinaus und bedeutet, dass Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. Dabei sollen die personellen und sächlichen Bedingungen in der Klasse so gestaltet  und an die Bedürfnisse der Schüler angepasst werden, dass ein gemeinsamer Unterricht möglich wird. Dieser inklusive Aspekt ist für die Arbeit der ICP Gruppe von zentraler Bedeutung und wird mit der neuen inklusiven Grundschule in die Praxis umgesetzt.

Optimale Förderung aller Kinder
Die neue inklusive Grundschule kann durch eine sehr geringe Schülerzahl in der  Klasse mit 18 Kindern, darunter 6 Kinder mit Förderbedarf, sehr gezielt und individuell jedes einzelne Kind fördern. Außer von Grundschullehrern werden die Kinder auch durch Sonderpädagogen betreut.

Von dieser intensiven pädagogischen Förderung profitieren nicht nur die Kinder mit Förderbedarf, sondern auch alle anderen, denn hier kann ganz individuell auf ihre Bedürfnisse eingegangen werden. Einen besonderen Stellenwert erhält dabei auch der Übertritt in weiterführende Schulen, der durch die individuelle Ansprache und Förderung für die Kinder ohne Behinderung sehr erleichtert wird.

Ganztagsbetreuung im Hort
Die Ganztagsbetreuung ist ein wichtiges Element des inklusiven Konzeptes des ICP, das durch den ebenfalls neuen integrativen Hort (Träger ist ebenfalls die IKF GmbH) sichergestellt wird. Hier erhalten die Kinder der inklusiven Grundschule neben einem Mittagessen eine hochwertige pädagogische Betreuung, die weit mehr bietet als eine  reine Hausaufgabenbetreuung. Entsprechend dem individuellen Förderbedarf der Kinder kümmern sich Heilpädagogen und Erzieher sowie bei Bedarf auch Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten um die Kinder und ihre Bedürfnisse.

Wahlrecht der Eltern
Parallel zu den integrativen und inklusiven Angeboten für Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit besteht im ICP nach wie vor die hoch spezialisierte Förderung von behinderten Kindern ab dem zweiten Lebensjahr in unserer heilpädagogischen Tagesstätte und ab dem Schulalter in unserer Tagesstätte in Verbindung mit der Förderschule fort. Die Eltern haben also ein echtes Wahlrecht und ein Wechsel von einem System in das andere ist möglich.

Über die ICP Gruppe
Die ICP Gruppe betreut in ihren verschiedenen Spezialeinrichtungen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit infantiler Cerebralparese (ICP), einer frühkindlichen Hirnschädigung, und anderen neuro-orthopädischen Erkrankungen. Ein vielseitiges, individuelles Betreuungsangebot für alle Lebensphasen stellt sicher, dass die Menschen mit Behinderung optimal und ganzheitlich gefördert werden. Ziel und Grundprinzip der Einrichtung ist es, die Betroffenen beruflich und sozial zu integrieren.