Presseinformationen

ICP Gruppe bietet neues Betreuungskonzept für alte und behinderte Menschen

Alte und behinderte Menschen unter einem Dach – lebenslanges Wohnrecht für behinderte Menschen

Die ICP Gruppe München (Integrationszentrum für Cerebralparesen, ehemals Spastikerzentrum) hat sich eines häufig verdrängten Problems angenommen: der Versorgung von behinderten Menschen bis ins Alter. Denn während behinderte Kinder und Jugendliche häufig von ihren Eltern versorgt und betreut werden können, stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Eltern diese Fürsorge nicht mehr ausüben können. Ein Problem, das viele Eltern als belastend empfinden, wollen sie doch, dass ihre behinderten Kinder auch dann gut und umfassend betreut sind, wenn sie etwa aus Alters- oder Gesundheitsgründen dazu nicht mehr in der Lage sind.

Um diese Betreuungslücke zu schließen, bietet die ICP Gruppe in ihrem im August fertig gestellten Münchner Förderzentrum Freimann ( MFZ Freimann) neben Wohn- und Werkstattplätze für behinderte Menschen auch ein Vollzeitwohnangebot für Menschen, die Eingliederungshilfe benötigen, aber aufgrund ihres Alters oder auch der Schwere der Behinderung keine Förderstätte mehr besuchen können. Für diese alten und behinderten Menschen gibt es in dem Neubau ein Wohnpflegeheim mit Tagestruktur – und zwar ohne Altersbegrenzung. Mit diesem umfassenden Wohnangebot stellt die ICP Gruppe sicher, dass behinderte Menschen eine umfassende Versorgung mit Wohnmöglichkeit von der Kindheit bis zum Lebensende erhalten können.

Betreuung behinderter Menschen im Alter
Das Problem, wie behinderte Menschen im Alter betreut werden, wird in Deutschland erst jetzt aktuell. „Da die Nationalsozialisten behinderte Menschen systematisch ermordet haben, kommen bei uns erst jetzt Behinderte ins Rentenalter“, so Dr. Hans Beyrle, der als Geschäftsführer und Vorstand der ICP Gruppe, dem Trägerverein des MFZ, die Sorgen der betroffenen Eltern sehr erst nimmt. Deshalb gibt es für die Eltern die Möglichkeit, sich ein lebenslanges Wohnr echt für ihre erwachsenen Kinder vertraglich zu sichern. Ein Angebot, das bereits einige Eltern genutzt haben. Denn auch wenn der Staat Versorgung und Unterkunft der behinderten Menschen bis ans Lebensende gewährleistet, so ist dies doch nur eine anonyme Sicherheit. Und viele Eltern möchten heute schon wissen, wer sich später um ihre Kinder kümmert, wenn sie es nicht mehr können.

Wohnen mit Tagestruktur für ältere Menschen mit Behinderung im MFZ Nord
Dabei geht das neue „Wohnheim mit Tagesstruktur für erwachsene Körperbehinderte“ im MFZ Freimann ganz individuell auf die Bedürfnisse der älteren behinderten Menschen ein. So hat der Betreute die Möglichkeit, stundenweise an den Beschäftigungsangeboten im Haus teilzunehmen. Aber er kann auch einfach einmal länger schlafen oder Musik hören – natürlich immer in Absprache mit seinen Betreuern.

„In einem klassischen Seniorenheim zusammen mit 80- oder 90-Jährigen können die älteren behinderten Menschen nicht so gefördert und ihren Bedürfnissen entsprechend umsorgt werden, wie das bei uns geschieht“, sagt Dr. Beyrle. Wenn der behinderte Mensch in das Wohnheim mit Tagesstruktur wechselt, ist er 55 oder 60 Jahre. Erst später gleichen sich die Bedürfnisse der älteren behinderten Menschen und der nicht behinderten Senioren an und sie können in einem herkömmlichen Seniorenheim gemeinsam betreut werden .

Dies war mit ein Grund dafür, dass im neuen MFZ Fre imann neben den Werk- und Förderstätten und Wohnheim für behinderte Menschen auch ein Pflegewohnheim für Senioren untergebracht ist.

Festliche Einweihung des neuen MFZ Freimann nach nu r 18 Monaten Bauzeit
Bei der feierlichen Einweihung dieser völlig neuartigen sozialen Einrichtung ließen es sich hochrangige Politiker wie die Bayrische Staats ministerin Christa Stewens und Münchens 2. Bürgermeisterin Christine Strobl nicht nehmen, gemeinsam mit der ICP Gruppe zu feiern. Möglich geworden ist dieses Projekt auch durch den großzügigen Zuschuss von 1,2 Mio. Euro der Bayrischen Landesstiftung, der Rest der sich auf insgesamt 12 Mio. Euro belaufenden Baukosten stammt aus Eigenmitteln der ICP Gruppe bzw. wird aus Kapitalmarktmitteln finanziert .

Wohnen und Arbeiten für behinderte Menschen – Pfleg ewohnheim für Senioren
Das neue MFZ Freimann beherbergt Förderstätte, Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Wohnpflegeheim mit und ohne Tagesstruktur, Senioren- Wohnheim sowie Betreutes Wohnen. Dabei ist das Konzept, Senioren und Menschen mit Behinderung unter einem Dach zu betreuen, ganz neu und schafft viele Vorteile: Die umfangreich angebotenen therapeutischen Einrichtungen wie Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie sowie die umfassende medizinische Versorgung können von allen genutzt werden. Aber auch der soziale Aspekt ist ein wichtiger: Wo immer gewünscht, werden die Kontakte zwischen den Menschen mit Behinderung und Senioren gefördert. Kontakte, von denen beide Gruppen profitieren werden.

Möglichkeiten für solche soziale Kontakte gibt es im neuen MFZ Freimann jede Menge: Im großzügig angelegten Garten und Innenhof, im eleganten Speisesaal, im Café oder in der großzügigen Vorhalle kann jeder, der möchte, Kontakte schließen und pflegen. Die klare bauliche Trennung von Senioren-Bereich und Werkstatt und Wohnheim für die behinderten Menschen garantiert eine ungestörte Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten für die Bewohner.

Wohnen und Wohlfühlen - das Wohnkonzept der ICP Gruppe
Wohnen, das den Bedürfnissen des Einzelnen angepasst ist, hat im Konzept der ICP Gruppe eine wichtige Funktion. Schließlich gehört Wohnen zu den Grundbedürfnissen des Menschen und ist Grundlage eines individuellen und weitgehend selbst bestimmten Lebens. „Wohnen heißt sich Wohlfühlen“, lautet deshalb die Devise des ICP München und seiner angeschlossenen Einrichtungen. Bereits mit dem Eintritt in den Kindergarten und die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) können die behinderten Kinder, die im ICP betreut werden, im Schülerwohnheim wohnen und werden dort ganzheitlich und individuell in ihrer Entwicklung begleitet und gefördert. Individuelle Therapie und Heilpädagogik arbeiten hierbei Hand in Hand und stellen sicher, dass die Kinder genau die Förderung erhalten, die sie benötigen.

Dieses Konzept setzt sich später auch bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen fort. Behinderte Jugendliche, die im ICP eine Ausbildung machen, können im Internat oder in den Außenwohngruppen in räumlicher Trennung zur Ausbildungsstätte wohnen und Gemeinschaft erleben.

MFZ Münchner Förderzentrum – Förderstätte, Werkstatt und Wohnpflegeheim
Behinderte Menschen, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung keinen Beruf erlernen können, finden im MFZ Münchner Förderzentrum ein Zuhause. Hier sind Wohnpflegeheim, Förderstätte, Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und Therapie für körper- und mehrfach behinderte Menschen zusammengefasst. Im Wohnpflegeheim des MFZ stehen neben der Förderung der Selbstständigkeit und der Selbstbestimmung das Erleben in der sozialen Gemeinschaft und die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Bewohners im Vordergrund. Das Wohnheim ist Ausgangspunkt für einen strukturierten Tagesablauf und gibt den behinderten Menschen Privatsphäre und Intimität, Ruhe und soziale Gemeinschaft gleichermaßen.

Mit dem neuen Wohnheim mit Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen bietet die ICP Gruppe jetzt für behinderte Menschen von Klein auf bis ins hohe Alter eine umfassende und individuelle Betreuung.

Über die ICP Gruppe
Die ICP Gruppe betreut in ihren verschiedenen Spezialeinrichtungen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit infantiler Cerebralparese (ICP), einer frühkindlichen Hirnschädigung, und anderen neuro-orthopädischen Erkrankungen. Ein vielseitiges, individuelles Betreuungsangebot für alle Lebensphasen stellt sicher, dass die Menschen mit Behinderung optimal und ganzheitlich gefördert werden. Ziel und Grundprinzip der Einrichtung ist es, die Betroffenen beruflich und sozial zu integrieren.