Erweiterung MFZ Giesing: Neue Wege in der Behindertenarbeit

Feierliche Einweihung für Erweiterungsbau – Theo Waigel wird neuer Vorsitzender des ICP-Kuratoriums

Neue Wege in der Behindertenarbeit geht die Stiftung ICP München mit der Erweiterung des Münchner Förderzentrums MFZ Giesing. Ein Angebot an Inklusiven Wohnheimplätzen soll das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung fördern. Am letzten Montag wurde der Erweiterungsbau in der St.-Quirin-Straße 19 in Giesing feierlich eingeweiht. Moderiert wurde der Festakt von Fernsehjournalistin Anouschka Horn.

Hochrangige Politiker als Gäste
Unter den Gästen waren neben den Bewohnern und ihren Angehörigen auch Ministerialrat Dr. Oliver Bloeck vom Sozialministerium, der Präsident des Bezirkstags von Oberbayern Josef Mederer, Bürgermeisterin Christine Strobl sowie der frühere Finanzminister Dr. Theo Waigel. Er hatte seinerzeit als Bundesfinanzminister dem Verkauf des Geländes der ehemaligen McGraw-Kaserne an die Stiftung ICP München zu einem Sonderpreis zugestimmt und damit die Grundvoraussetzung für das umfassende Angebot des MFZ Giesing gelegt. Die Politiker betonten die hohe Wichtigkeit der Erweiterung des 1997 errichteten Münchner Förderzentrum Giesing. Die demographische Entwicklung bei Menschen mit Behinderung mache es nötig, dass das Angebot sowohl an Wohnheimplätzen als auch Plätzen in der Förderstätte ausgebaut werde und man sei froh, dass sich die Stiftung ICP München als Träger entschieden hat, rund 14 Mio. Euro in einen Erweiterungsbau zu investieren.
Dr. Theo Waigel gefiel das Konzept und die Entwicklung der Stiftung ICP München und ihrer Einrichtungen gleich so gut, dass er sich spontan bereit erklärte, den Vorsitz des ICP-Kuratoriums zu übernehmen.

 

Staatliche Zuschüsse ermöglichen Erweiterung
Dabei wurde dich Stiftung ICP bei den Baukosten staatlich unterstützt:  Der Freistaat Bayern und der Bezirk Oberbayern gaben einen Zuschuss von 2,8 Mio. Euro. Eine weitere finanzielle Hilfe von 900.000 Euro erhielt die Stiftung ICP München von der Landeshauptstadt München für den Passivhausstandard und die Lärmschutz-maßnahmen, die mit dem Neubau umgesetzt wurden

Inklusives Wohnkonzept – Zukunft der Behindertenarbeit
Viel Beifall zollten die Politiker dem neuen innovativen Wohnkonzept, das die Wohnplätze nicht wie sonst üblich als Heimplätze in Wohngruppen anbietet, sondern als barrierefreie Appartements für Menschen mit Behinderung, die eine selbstständigere Wohnform bevorzugen. Außerdem können hier auch Menschen ohne Behinderung in den Einzelappartements oder Zwei- und Drei-Zimmer-wohnungen wohnen. So soll ein inklusives Wohnen für Menschen mit und ohne Behinderung möglich gemacht werden. Sie können hier in einem nachbar-schaftlichen Rahmen zusammen leben und einander kennen lernen.

Wachsender Bedarf an Förderstättenplätzen
Mit der Erweiterung des MFZ Giesing ist die Stiftung ICP München einer Bitte des Bezirks Oberbyern nachgekommen. „Schwerstbehinderte Erwachsenen, die nach der Schule keine Berufsausbildung machen können oder die Werkstätte besuchen können, sind eine wachsende Gruppe“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung ICP München Dr. Hans Beyrle. Das MFZ Giesing wurde deshalb mit einem viergeschossigen Neubau erweitert. In der Förderstätte kommen zu den bereits bestehenden 56 Plätzen weitere 54 neue Plätze hinzu, sodass das MFZ Giesing insgesamt 110 Förderstättenplätze anbieten kann. Auch zusätzliche 35 Wohnplätze in Appartements werden im Neubau angeboten.

Therapeutische Praxis für alle
Das umfassende therapeutisch-medizinische Konzept des MFZ und der Stiftung ICP München stellt sicher, dass die Teilnehmer umfassend versorgt werden und der Gesundheitszustand lange erhalten wird. Im Erweiterungsbau des MFZ Giesing befindet sich auch eine neue Therapeutische Praxis mit großem Therapiebad für die Bewohner. Dabei kann die Therapeutische Praxis auch von Externen genutzt werden – ein weiterer Schritt in Richtung Inklusion.